letzte Änderung
23 Mai, 2011

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Ruby

Ruby kam im Alter von 4 Monaten zu mir. Er war mein erster Hund, bei dem ich zwangsläufig viele Fehler gemacht, aber auch viel gelernt habe.

Auf dem bekannten Gelände des Züchters hat er sich gegenüber den anderen Hunden frech verhalten. Als er bei mir war, musste ich erkennen, dass er offensichtlich nichts anderes als dieses Gelände kennen gelernt hatte. Er war im Grunde genommen ein sehr ängstlicher Hund, was ich leider durch meine Unerfahrenheit zu spät erkannte. Wenn bei den ersten Spaziergängen jemand entgegenkam, ergriff er die Flucht. Zum Glück lief er nach Hause und nicht blind durch die Gegend. Es hat einige Zeit gedauert bis er merkte, dass ihm nicht Jeder schlimmes tun will.

Beim Hundeverein versuchte ich mit ihm Schutzhundeausbildung zu machen, was bis zu einem bestimmten Punkt auch ganz gut geklappt hat. Leider hat es nie gereicht, um eine Prüfung abzulegen.

Ruby war leider sehr oft krank und hatte dabei panische Angst vorm Tierarzt. Es mussten ständig Knoten entfernt werden. Er erkrankte an Leptospirose, die er zum Glück überstanden hat. Dann wurde er auf einmal an der Seite dick, auf dem Röntgenbild sah es aus wie Knochenkrebs. Es hätten 2 Rippen entfernt werden müssen. Bei der OP stellte sich heraus, dass eine Granne zwischen den Rippen eingedrungen war und durch Gewebe abgekapselt wurde. Mir fiel ein Stein vom Herzen.

Aber dann ging es halt doch unaufhaltsam dem Ende entgegen. Ruby ging es sichtlich schlecht, er fraß nicht mehr, hatte Atemprobleme. Beim Röntgen zeigte sich ein Schatten zwischen Herz und Magen, vermutlich ein Tumor. Er wurde aufgemacht, aber es war nichts zu finden, außer dass die Milz stark vergrößert und eine Niere verfärbt war. Es wurde Blut und Urin entnommen und ins Labor geschickt. Es wurde so schlimm, dass Ruby sich zum Schlafen nicht mehr hinlegen konnte, sondern versucht hat, auf dem Sessel mit dem Kopf auf der Rückenlehne liegend zu schlafen. Es war ein Bild des Jammers. Dann kam der Laborbefund und damit sein Todesurteil: er hatte Blutkrebs im Endstadium.

Am nächsten Morgen habe ich ihn zum Tierarzt gebracht, um ihn erlösen zu lassen. Ich glaube, er wusste genau, was passiert. Bis dahin hat er immer wie Espenlaub gezittert und hätte sich am Liebsten in ein Mauseloch verkrochen, wenn es zum TA ging. An diesem Morgen ging er vollkommen ruhig in die Praxis und hat sich auf den Tisch heben lassen.

Ruby ist friedlich in meinen Armen eingeschlafen. Wie ich mit meinem Auto nach Hause gekommen bin, weiß ich bis heute noch nicht. Es war die bis dahin schlimmste Zeit meines Lebens. Zum Glück hatte ich ein paar Tage später einen neuen Hund versprochen bekommen und diese Tatsache half mir ein bisschen weiter.

 

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[Ruby]